Fine Art Architektur Fotografie

Wie alles begann:

Es klingt absurd, aber im Endeffekt hat Corona bzw. der erste Lockdown dazu beigetragen, dass ich mit der sogenannten Fine Art Fotografie begonnen habe. Der Grund dafür ist relativ simpel: Während des Lockdowns hatte ich keinen einzigen Auftrag als Fotograf. Dennoch wollte ich mich mit Fotografie beschäftigen bzw. mich weiterbilden. Im Klartext: Statt Netflix sollte mir Photoshop während des Lockdowns viereckige Augen verpassen…

Den Plan, die Fine Art Fotografie zu forcieren, hatte ich schon vor dem Lockdown. Darum habe ich die letzten zwei Wochen, bevor man nicht mehr vor die Türe gehen sollte, damit verbracht, durch Berlin zu ziehen und sämtliche Gebäude zu fotografieren. Mein Gedanke: Ich brauche einen großen Vorrat an Bildern, die während des Lockdowns für meine Unterhaltung sorgen. In der Vergangenheit hatte ich schon mal hier und da versucht, Fine Art Fotos zu machen. Allerdings hatte ich nie die Zeit, mich allumfassend in diese neue Disziplin einzuarbeiten.

Warum eigentlich Fine Art Fotografie ?

Ich war schon lange fasziniert von Fine Art Fotos. Die Atmosphäre, die scheinbare Schwerelosigkeit und Reduktion auf das Wesentliche in manchen Bildern hatten eine große Anziehungskraft auf mich. Das Betrachten von Fine Art Fotos empfand ich irgendwie als entschleunigend.
Mein Traum war es, dass ich eines Tages selber solche Kunstwerke erschaffen kann. Aus diesem Traum bzw. dieser Wunschvorstellung wurde irgendwann eine Besessenheit, die mich nicht mehr losgelassen hat. Der Lockdown war quasi die perfekte Chance für mich das alles zu lernen.
Was den Begriff betrifft, findet man unter “Fine Art Fotografie” einige verwirrende Definitionen. Meine persönliche Definition: Es ist alles erlaubt, um die eigene künstlerische Vision umzusetzen.
Kunst ist Kunst – es gibt kein gut oder schlecht. Eher ein “gefällt mir” oder “gefällt mir nicht” – und das ist das Schöne daran. Für mich persönlich ist das Entwickeln meiner Fotos ein meditativer Prozess, bei dem ich mich komplett fallen lassen kann. Ich folge meiner Vision ohne Druck und genieße den Prozess jedes mal aufs Neue. Das gilt übrigens auch für das Fotografieren von Fine Art Fotos. Das Fotografieren ist viel bewusster. Manchmal sind die Verschlusszeiten 3 – 5 Minuten, und man ist quasi gezwungen, sich länger auf die Umgebung einzulassen. Das hat – besonders in unserer schnelllebigen Welt – therapeutischen Charakter.

Fine Art Bootcamp

Fine Art Fotografie ist unheimlich gehaltvoll. Damit meine ich nicht nur die vollendeten Kunstwerke, sondern den Prozess für das Erschaffen der Bilder. Das Fotografieren ist (in den meisten Fällen) anders im Vergleich zu meinen sonstigen Immobilienfotos, die ich für immobilienfotografen-berlin mache. Das Entwickeln der Fine Art Fotos ist ein ganz neues Universum, das man erst mal begreifen und umsetzen muss. Aber – wie gesagt – durch Corona und den Lockdown hatte ich plötzlich viel Zeit. Ebenso war mein Bestreben, dass ich nach dem Lockdown zurückblicke und sagen kann: “Irgendwie hat mir der Stillstand etwas gebracht”. Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen, und ich blicke auf eine extrem lehrreiche Zeit zurück. Ich habe teilweise bis in die frühen Morgenstunden Bilder bearbeitet, neue Funktionen in Photoshop getestet und Workflows entwickelt, um hochwertige Resultate zu erzielen.
Ich möchte hier nicht auf alle technischen Details der Fine Art Fotografie eingehen, sondern den Fokus auf meine Bilder und die Geschichten dahinter beleuchten. Dennoch möchte ich erwähnen, dass ich inzwischen Fine Art Fotografie unterrichte. Solltest Du also Interesse an einem Kurs bei mir haben, kannst Du Dich HIER anmelden. Wie gesagt – es folgen nun ein paar Bilder (und in Zukunft weitere Beiträge, in denen ich meine fine art Bilder zeigen und ein paar Geschichten dahinter erzählen werde). Eine Sammlung meiner Fine Art Fotos findest Du HIER auf dieser Seite oder HIER auf meinem Fine Art – Instagram Profil.

Ba-Bääääm……der Lockdown kommt

Wie bereits weiter oben erwähnt: Ich wollte kurz vor dem ersten Lockdown genug brauchbare Bilder im Kasten haben, damit ich diese eigentlich bekloppte Zeit produktiv nutzen kann. Ich hatte bereits ein paar Landmarks im Hinterkopf, die da lauteten: Shell Haus, Tempodrom und Siegessäule in Berlin.
Hier muss ich kurz folgendes anmerken: Durch die Suche nach geeigneten Fine Art Foto – Motiven in und um Berlin herum habe ich Berlin viel besser kennengelernt. Ich bin dadurch in Gegenden gegangen, die ich davor noch nicht kannte, und gleichzeitig hat sich mein Schrittzähler gefreut, da ich immer versuche, den größten Teil meiner Exkursionen zu Fuß zu erledigen.

Das Shell Haus

Das Shell Haus ist wegen seinem klassischen Bauhaus-Stil eine (in meinen Augen) zeitlose Schönheit. Das Gebäude hat viele verschiedene Gesichter und kann – je nach Perspektive – komplett anders aussehen.

Berlin als fine art Bild in schwarz weissSteht man am östlichen Ende des Hauses und Blickt in Richtung Westen, dann sieht das Shell Haus aus wie getrennte Blöcke. Irgendwie hat das auch was von “ungeordneten Orgelpfeifen” …aber sexy !!!
Wenn ich Fine Art Fotos mache, dann sehe ich mir das Gebäude – wenn möglich – von allen Seiten an. Das Shell Haus ist ein gutes Beispiel dafür, warum sich das lohnt. Übrigens ist Google Street View Dein bester Freund, wenn es darum geht, ein Fine Art Shooting vorzubereiten. Oftmals kann man schon quasi vom heimischen Sofa aus attraktive Blickwinkel ausmachen, die es dann festzuhalten gilt.

 

 

 

 

Berlin als fine art Bild in schwarz weissEin ganz anderes Bild bietet sich, wenn man in einem bestimmten Winkel auf die Fassade blickt (und das Bild entsprechend bearbeitet). Wie Wellen wölben sich die Elemente des Hauses und sehen aus wie eine dynamisch, weiche Masse im Fluss. Keinesfalls starr, sondern vielmehr federleicht und spielerisch. Jedenfalls wirkt das so auf mich. Mein Hauptaugenmerk beim Bearbeiten dieses Bildes war – wie unschwer zu erkennen – die Betonung der Dynamik und des verspielten Charakters. Schon hier sieht man im Vergleich zum oberen Bild, dass dieses Gebäude viele verschiedene Gesichter hat

 

 

 

 

Und nun kommt mein Lieblingsfoto des Shootings vom Shell Haus. Der Blick von unten entlang der Fassade in Richtung Himmel erinnert mich an den Titel “Stairway To Heaven”…
Aus diesem Blickwinkel sieht man all die Eleganz der Wellenformen, die sich konsequent  wie Stufen nach oben ziehen. Fensterbänder und Fassadenabdeckung wirken wie geflochtene Textilien. Im Kontrast zum Haus habe ich den Himmel bzw. die Wolken bewusst verschwommen und diffus gewählt.
Anstatt jetzt noch viele Worte darüber zu verlieren: Schaut es Euch selbst an und macht Euch Euer eigenes Bild.

Shell Haus Berlin als fine art Bild in schwarz weiss

So, das war mein erster Beitrag über meine Fine Art Fotografie. Ich hoffe, Dir hat der Beitrag gefallen und viel mehr hoffe ich, dass Dir meine Fine Art Bilder zusagen oder ich Dein Interesse daran geweckt habe. Bald folgt der nächste Beitrag – in diesem geht’s dann um das Tempodrom Berlin.

Bis dahin – bleibt gesund und tretet Corona in den Allerwertesten!
Euer Tobi